In English, please!

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In English, please!

Vor Jahren arbeitete ich als Vertretungslehrkraft in Grundschulen. Ich lernte dabei viele Schulen und noch mehr Klassen kennen. Um die Atmosphäre zu lockern (uih, neue Lehrerin) und das Wissen der Kinder  zu testen, machte ich zu Beginn immer ein Kennenlernspiel, welches Namen und Wortarten verbindet (Ich mag+ Substantiv, ich+ Verb gerne usw. – die Deutschlehrer werden wissen, was ich meine).

In zwei Schulen ging die Idee komplett nach hinten los. Abgesehen von Motivations- und Disziplinproblemen, hatte ich auch mit inhaltlichen Verständnisschwierigkeiten zu kämpfen.

“ Wozu brauchen wir das?“

“ Was ist ein Substantiv?“

„Der hat meine Tätigkeit gesagt. “

Mit Wörterbuch und ganz viel Zuspruch meinerseits („Schön Justin, dass auch du gerne Computerspiele spielst.“), quälten wir uns durch die Stunde und schafften nicht mal, alle Schüler anzuhören.

In der dritten Schule überlegte ich ernsthaft, ob ich mir das noch mal antue. Mangels anderer Idee erklärte ich einer 6. Klasse dann doch den Ablauf und wunderte mich über die Stille, die daraufhin eintrat. Ich machte mich auf einen Ansturm der Entrüstung gefasst und nahm gefasst den Schüler dran, der sich in der ersten Reihe meldete.

„Frau N. , können wir das nicht gleich in Englisch machen?“

Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.

Franz von Sales

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