Glückliche Hühner

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Glückliche Hühner

Der Spaziergang führte mich wie so oft an einem sehr kargen Hühnerauslauf vorbei. Das Federvieh ist  ein Fall für den Tierschutz- zerrupft und unterernährt. Der Boden ist nur mit zigfach durchwühlter trockener/schlammiger Erde bedeckt, in der schon lange kein Wurm oder Käfer mehr lebt. Die  Kämme der Tiere hängen runter und sie drängen sich vor ein Loch, aus dem wahrscheinlich ab und zu Abfälle gefüttert werden. Trotzdem geht es ihnen immer noch viel besser als vielen Millionen Artgenossen in den Legebatterien. Alles ist grau – der Boden, die Hühner, meine Stimmung.Was tun? Beim Halter klingeln? So wie das Gehöft aussieht, geht es ihm nicht besser als seinen Viechern. Täglich heimlich füttern? Ein Loch in den Zaun schneiden, auf dass sich der Fuchs freut? So war das mit den freilaufenden Hühnern wohl nicht gemeint.

Sobald jemand vorbeikommt, rennen die Tiere aufgeregt an den Zaun, in der Hoffnung, dass doch mal etwas Grünes herüberfliegt. Heute tat ich ihnen den Gefallen und rupfte vom Weg ein paar nasse Grasbüschel. Die älteren Hühner stürzten sich schnell und (wie mir schien freudig) gackernd auf das Grünzeug. Die Junghühner peilten die Lage nicht so schnell und kamen zu spät. Also noch dreimal gerupft und dann freudig nach Hause marschiert.

Hühnerlady Neja

*Die Hühner auf dem Bild sind wirklich glücklich.

Große Dinge zerfallen in Kleine. Kleine zerbröseln in Staub.

Aus Japan

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